Pilgerfahrt nach Assisi

N_17_04_22_Assisi01Am Ostermontag um 6 Uhr machten wir uns auf nach Assisi! 20 Jugendliche, zwei Salesianerpatres und Sr. Marietta. Schon lange haben wir uns auf diese Tage gefreut! Hier nun der Bericht von Pr. Jörg Widmann SDB über die Tage, veröffentlicht auf den Seiten der Salesianer:

„Was bewegt den jungen Sohn eines reichen Tuchhändlers sein privilegiertes Leben einzutauschen gegen ein Leben in Armut, in einer Einsiedelei und zeitweise in ungemütlichen und kalten Höhlen? „Das muss eine Kraft und Stärke sein, die nicht von ihm selbst kommt!“, so die Antwort von jungen Leuten auf diese zeitlos spannende Frage. Dieser Frage gingen in der Osterwoche auch 20 Jugendliche aus Stuttgart nach. Im italienischen Umbrien, in Assisi, trafen sie auf den Heiligen Franziskus und auf seine Weggefährtin, die Heilige Klara. Beides faszinierende Gestalten aus dem 12. und 13. Jahrhundert, deren Ausstrahlung und Botschaft auch für junge Menschen unserer Zeit an Strahlkraft nicht verloren hat.

Unter der Leitung der Franziskanerin Sr. Marietta vom franziskanischen Zentrum im Agnes-Gymnasium und den Salesianern Pater Jörg und Pater Clemens machten sich die Wallfahrer nun auf eine franziskanische Entdeckungsreise. Dabei verknüpften wir wichtige Lebensstationen des Poverello, des kleinen Armen, mit Fragen unserer jeweiligen Lebenssituation: am Geburtshausmit unseren eigenen Wurzeln, in der Taufkirche San Rufino mit unserem Glauben, auf der Festungsruine Rocca Maggiore mit den inneren Kämpfen in der Jugend, an der Stadtmauer, im Aussätzigenwohnheim und in der Klostergemeinschaft mit wesentlichen Fragen der eigenen Existenz, in der Einsiedelei mit der Sehnsucht nach Ruhe und Stille und vor dem Kreuz von San Damiano mit Fragen von Tod und Auferstehung. Immer wieder konnten die Jugendlichen sich an den verschiedenen Orten mit diesen Fragen und deren Bezug zu ihrem eigenen Leben auseinandersetzen.

Auch die Heilige Klara haben wir kennengelernt, die als reiches Mädchen selbst den Weg der Armut gewählt hat. Sie war es auch, die Franz immer wieder herausgerufen hat aus der Einsamkeit und daran erinnert, dass seine Berufung in der Zuwendung zu den Menschen, zu den Armen und Bedürftigen besteht.

Höhepunkte unserer Tage in Umbrien waren die gemeinsamen Gottesdienste, in denen wir den Zusagen Gottes an uns nachgespürt haben: DU bist geliebt, immer und bedingungslos; DU, Dir vergebe ich Deine Schuld und beginne immer wieder neu mit Dir; DU bist nicht allein, ich bin immer mit Dir auf dem Weg.N_17_04_22_Assisi02

Den Abschluss bildeten eine sehr stimmungsvolle Vesper mit den Franziskaner-Brüdern in der kleinen Kirche von San Damiano und eine Führung durch die große Basilika San Francesco, verbunden mit einem Besuch am Grab des Heiligen von Assisi. Die vielen Begegnungen und neu entstandenen Beziehungen und Freundschaften haben die Teilnehmer verändert. Viele Fragen wurden beantwortet, aber viele auch erstmals gestellt. So war diese Wallfahrt gewiss kein Abschluss, sondern der Beginn eines Weges für jeden. Ob jung oder alt.“